Reclam-Museum
 

Leicht hantierbares Warenwirtschaftssystem für Reclams Universal-Bibliothek


Fotografie: Hans-Jochen Marquardt (2019)

Diese Schiefertafel - ein Geschenk von Herrn Dr. Klaus Matthäus (Erlangen) - fungierte einst in einer Erlanger Buchhandlung als "leicht hantierbares Warenwirtschafts-system" (Dr. Klaus Matthäus) für die Erfassung der jeweiligen Anzahl verkaufter Nummern von Reclams  Universal-Bibliothek.  Es ist jedoch nicht zu klären, ob dies bei dem Buchhändler Theodor Blaesing (1799-1863), bei dessen Kollegen Theodor Krische (1840-1889) oder bei dessen Kollegen Max Mencke (1845-1909) geschah. Dr. Klaus Matthäus vermutet, dass die Tafel nach 1900 oder in den zwanziger Jahren verwendet wurde. Dies falle in die Zeit seines Großvaters Friedrich Krische (1873-1959), des Sohnes von Theodor Krische, der 1918 die Buchhandlung von Max Mencke und 1927 die Buchhandlung von Theodor Blaesing übernommen hat.








Fotografie: Hans-Jochen Marquardt (2019)

Auf der Rückseite ist links oben zu lesen: "Min[ia]turbi[bliothek] jetzt [t]euer". 

Um den unterschiedlichen Bedürfnissen unterschiedlicher Käufer/-innen gerecht zu werden, erschienen von 1869 bis 1916 „Miniaturausgaben in eleganten Ganzleinenbänden aus Reclams Universal-Bibliothek“ (zum Schluss, kriegsbedingt, in Halbleinen oder Pappe). Die Gestaltung wechselte mehrfach. Wieviel Miniaturausgaben insgesamt erschienen sind, ist nicht exakt feststellbar. Nachgewiesen sind bis 1916 über 1200 Titel in ca. 1300 Bänden.  Näheres siehe dazu hier.

Die Schiefertafel war also definitiv nach 1869 im Gebrauch. Das Wort "jetzt" verweist darauf, dass sie bereits benutzt worden war, als die Miniaturausgaben billiger als zu dem Zeitpunkt gewesen sind, an dem der zitierte Text auf die Rückseite der Tafel geklebt wurde. 



 
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